3 Jahre Tesla Model Y Long Range: Ein ehrliches Zwischenfazit nach 45.000 km
Eigentlich hatte mich Tesla schon seit dem Release des ersten Model S fasziniert, aber der finale Schritt zum reinen Elektrofahrzeug hat bei mir lange auf sich warten lassen. Während der Corona-Zeit hatte ich schließlich einen Skoda Enyaq RS bestellt – der dank der damaligen, absurden Lieferzeiten jedoch nie den Weg in meine Garage fand. Nach quälenden 20 Monaten Wartezeit zog ich die Reißleine, stornierte die Bestellung und entschied mich kurzerhand für ein Tesla Model Y Long Range, das damals kurzfristig und zu guten Konditionen verfügbar war.
Das war im Februar 2023. Heute, gut drei Jahre und über 45.000 Kilometer später, fahre ich den Amerikaner immer noch gerne. Zeit für einen ehrlichen Kassensturz, denn wo viel Licht ist, gibt es bei Tesla bekanntlich auch Schatten.
Die Sonnenseiten: Effizienz, Infotainment und brachiale Power
Was mich beim Model Y bis heute absolut begeistert, ist die Effizienz. Egal ob in der Stadt, über Land oder bei schnellerer Gangart auf deutschen Autobahnen – der Verbrauch ist eine Wucht. Wenn der Akku dann doch mal Richtung null tendiert, zeigt sich der größte Vorteil des Tesla-Ökosystems: das Supercharger-Netzwerk. Auf unseren Reisen durch Deutschland, Österreich und Slowenien gab es nie auch nur ansatzweise Ladestress. Die Säulen sind perfekt verteilt und fast immer ist ein Platz frei. Ja, der Tesla lädt im Vergleich zu manch anderem modernen E-Auto einen Tick langsamer, aber im Alltag ist das meilenweit von einem Ausschlusskriterium entfernt.
Ein weiteres riesiges Plus ist das Infotainment. Es funktioniert einfach, ist verdammt schnell, intuitiv zu bedienen und macht schlichtweg Spaß. Ob die absolut fehlerfreie Routenplanung oder das Streamen von Netflix und Amazon Prime während des Ladestopps – ich habe in den drei Jahren nicht einen einzigen Systemaussetzer erlebt. Dass traditionelle Autohersteller das bis heute nicht ansatzweise so hinbekommen, ist mir ein Rätsel.
Und dann ist da noch die Leistung. Man muss im Verbrenner-Bereich schon richtig tief in die Tasche greifen, um ein Auto zu finden, das diese Kraft so unmittelbar auf die Straße bringt. Die Beschleunigung ist schlichtweg brachial und macht auf freien Autobahnabschnitten einfach nur Laune. Gepaart mit dem riesigen Platzangebot – inklusive dem genialen Frunk unter der Motorhaube und dem massiven Kofferraum – ist das Model Y der geborene Roadtrip-Begleiter.
Die Schattenseiten: Polter-Fahrwerk und erste Geräusche
Wo Tesla allerdings massiv Federn lässt, ist der Fahrkomfort. Wenn man die rosarote Brille abnimmt, muss man ganz klar sagen: Das Fahrwerk ist stellenweise einfach zu straff, poltert vor sich hin und verzeiht absolut keine Schlaglöcher.
Ich habe den direkten Vergleich in der eigenen Garage, da wir 2024 (mit etwas Verspätung…) den Skoda Enyaq als Zweitwagen bekommen haben. Zwischen den beiden Autos liegen Welten: Der Skoda gleitet im Vergleich wie auf Wolken. Im Alltag ertappe ich mich mittlerweile tatsächlich dabei, dass ich für die täglichen Wege lieber zum Enyaq greife – auch wenn ich dort auf die Leistung, die Effizienz und das im Skoda leider katastrophale Infotainment verzichten muss.
Zudem haben nach knapp drei Jahren die ersten Knarzgeräusche Einzug gehalten. Ich vermute die Ursache irgendwo im Bereich der Rückbank, hatte aber noch keine Zeit, das Problem final zu lokalisieren und zu beheben.
Immerhin: Der erste Pflichtbesuch beim TÜV im Februar 2026 verlief absolut mängelfrei. Alles top – was man bei einem drei Jahre alten Auto aber ehrlicherweise auch erwarten darf.
Wie geht es weiter?
Das Gesamtkonzept des Model Y ist nach wie vor stimmig und ich bin insgesamt zufrieden. Rund neun Monate Leasing stehen mir mit dem “Dicken” noch bevor, und ich hoffe, die restliche Zeit verläuft genau so problemlos wie die ersten drei Jahre.
Und danach? Ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung, was als Nächstes in die Garage einzieht. Aber eines steht fest: Tesla ist für die Zukunft definitiv noch nicht aus dem Rennen.